Leitfaden zu Arbeits- und Praktikumsgenehmigungen in Spanien: Ist es möglich, mit einem Studentenvisum Geld zu verdienen?
- Anıl GOKTAS
- 24. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit

Du bist zum Studieren nach Spanien gekommen; die Vorlesungen haben begonnen, die Stadt ist wunderschön, die Tapas sind köstlich … Doch der Euro-Wechselkurs spielt eine Rolle. 📉 Viele Studierende und Forschende stellen sich diese Frage, um ihre Studiengebühren zu senken oder sich etwas dazuzuverdienen: „Kann ich gleichzeitig studieren und arbeiten?“
Antwort: Ja, aber nur, wenn man sich an die Regeln hält.
Arbeiten in Spanien mit einem Studentenvisum ist ein komplexes Thema mit vielen Grauzonen. Ein einziger Fehler kann sogar zum Visumsentzug führen. Dieser Leitfaden erklärt die zulässigen Arbeitszeiten, Praktikumsabläufe (Prácticas) und Karrieremöglichkeiten nach dem Abschluss so verständlich wie möglich.
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🎓 1. Ist es möglich, mit einem Studentenvisum in Spanien zu arbeiten?
Ja, Sie dürfen arbeiten. Die spanische Regierung möchte jedoch nicht, dass Sie vergessen, dass Ihre Priorität die „Bildung“ ist. Daher gibt es einige Einschränkungen.
Welche Regeln gelten?
⏳ Zeitliche Begrenzung: Sie dürfen maximal 30 Stunden pro Woche arbeiten. (Zuvor 20 Stunden, gelockert durch neue Bestimmungen).
📚 Vermeidung von Konflikten mit der Ausbildung: Ihre Arbeitszeiten sollten nicht mit Ihren Unterrichtszeiten kollidieren.
📝 Formeller Vertrag: Ein Arbeitsvertrag (contrato) ist obligatorisch. Arbeiten „ohne Versicherung“ (en negro) ist eine Straftat und birgt das Risiko der Abschiebung.
⚠️ Wichtiger Hinweis: Ein Studentenvisum berechtigt nicht automatisch zur Ausübung einer Vollzeitbeschäftigung. Während der Semesterferien ist eine Vollzeitbeschäftigung erlaubt, während des Studienjahres muss sie jedoch in Teilzeit erfolgen.
📄 2. Wie erhält man eine Arbeitserlaubnis? (Der Prozess verläuft in umgekehrter Reihenfolge)
Die in der Türkei verbreitete Mentalität „Erst die Arbeitserlaubnis, dann einen Job“ funktioniert hier nicht. In Spanien läuft das so ab:
Zuerst müssen Sie einen Arbeitgeber finden, der Sie einstellt.
Ihr Arbeitgeber wird in Ihrem Namen einen Antrag beim Ausländeramt (Extranjería) stellen.
„Ich stelle diesen Studenten in Teilzeit ein, das wird sein Studium nicht beeinträchtigen“, versichert er.
Sie können mit der Arbeit beginnen, wenn die Regierung zustimmt.
Anders ausgedrückt: Die Bewerbung wird vom Unternehmen eingereicht, das Sie einstellen wird, nicht von Ihnen. Diese Bürokratie mag manche Arbeitgeber davon abhalten, Studierende einzustellen.
💼 3. Praktikumsthema: Benötige ich Urlaub?
Praktika sind leichter zu erhalten als Arbeitsgenehmigungen und mit weniger Bürokratie verbunden. Sie lassen sich in zwei Kategorien einteilen:
A) Pflichtpraktikum (im Rahmen des Curriculums)
Wenn Ihr Praktikum Teil Ihres Universitätsstudiums ist (d. h. Sie erwerben dafür Leistungspunkte):
✅ Es ist keine zusätzliche Arbeitserlaubnis erforderlich.
Zwischen der Universität, dem Unternehmen und dem Studenten wird eine dreiseitige Vereinbarung (Convenio) unterzeichnet, und dann geht es los.
B) Freiwilliges Praktikum / Praktikum nach dem Studienabschluss (außercurriculare Aktivität)
Es ist nicht verpflichtend im Studienplan, aber wenn Sie es aus praktischen Gründen machen:
Es sollte erneut eine Vereinbarung über die Universität getroffen werden.
Für Erasmus+-Praktikanten ist der Prozess flexibler, allerdings sind ein Förderantrag und eine Lernvereinbarung erforderlich.
🚀 4. Nach dem Studienabschluss: Visum für Arbeitssuchende (Option zum Verbleib im Land)
Haben Sie Ihr Bachelor- oder Masterstudium in Spanien abgeschlossen und möchten dort bleiben? Wir haben tolle Neuigkeiten.
Sie können eine „Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitssuche oder zum Unternehmertum“ (Residencia para la búsqueda de empleo) erhalten.
📅 Dauer: Dies gibt Ihnen das Recht, 12 Monate lang in Spanien zu bleiben und nach einer Arbeitsstelle zu suchen.
🎯 Ziel: Wenn Sie während dieses Zeitraums eine Stelle in Ihrem Fachgebiet finden oder ein Unternehmen gründen, können Sie Ihren Status auf „Arbeitserlaubnis“ ändern.
⚠️ Wichtig: Sie müssen diese Genehmigung vor Ablauf Ihres Studentenvisums beantragen (in der Regel 60 Tage vorher). Verpassen Sie die Frist nicht!
🔎 5. In welchen Bereichen finden Studenten am leichtesten einen Job?
Einen Job ohne Spanischkenntnisse zu finden, ist schwierig, aber nicht unmöglich. Ihre Chancen stehen in folgenden Branchen besonders gut:
☕ Tourismus & Dienstleistungen: In Städten wie Barcelona und Madrid werden Kellner/Barkeeper mit fließenden Englischkenntnissen gesucht.
🏫 Sprachschulen: Bieten Privatunterricht in Englisch oder Türkisch an (wenn auch selten).
💻 Start-up & Technologie: Wenn Sie Softwareentwickler oder Digitalmarketer sind, ist die Sprachbarriere geringer.
👶 Au Pair / Babysitting: Kinderbetreuung durch eine Gastfamilie.
🛑 6. Die häufigsten Fehler und Risiken
Folgende Fehler könnten Ihr Spanienabenteuer vorzeitig beenden, also seien Sie vorsichtig:
Illegale Arbeit (Trabajo en Negro): Angebote wie „Wir verzichten auf eine Versicherung und zahlen bar“ mögen verlockend erscheinen, aber wenn Sie erwischt werden, werden Sie abgeschoben und können nie wieder ein Schengen-Visum erhalten.
Überschreiten von 30 Stunden: Versuchen Sie nicht, mit einem Studentenvisum Vollzeit zu arbeiten.
Versäumnis des Unterrichts: Bei der Visumsverlängerung müssen Sie eine Bescheinigung Ihrer Schule über Ihre Studienleistungen vorlegen. Sollten Sie während Ihrer Arbeit im Unterricht durchfallen, wird Ihr Visum nicht verlängert.
Arbeiten ohne NIE/TIE: Ohne Aufenthaltserlaubnis kann Sie niemand legal einstellen.
💰 7. Bankwesen und Sozialversicherung
Sobald Sie Ihre Arbeit aufnehmen, benötigen Sie zwei Dinge:
Spanisches Bankkonto: Für Gehaltszahlungen.
Sozialversicherungsnummer (Número de la Seguridad Social): Diese erhalten Sie einmalig und sie ist lebenslang gültig. Ihr Arbeitgeber verwendet diese Nummer für Ihre Krankenversicherung und um Sie in das Gesundheitssystem aufzunehmen.
Fazit: Mit den richtigen Schritten ist es möglich.
Neben dem Studium in Spanien zu arbeiten, kann helfen, Geld zu sparen und die Spanischkenntnisse schneller zu verbessern. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass die Bürokratie etwas langsam sein kann und sich unbedingt an alle Regeln halten.
Bleiben Sie dran und besuchen Sie den Blog für weitere Tipps zu Karrieremöglichkeiten und zum Leben in Spanien!




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