Leitfaden zur Kontoeröffnung in Deutschland. N26 oder Sparkasse? Schritt für Schritt einfach starten
- Anıl GOKTAS
- vor 5 Tagen
- 3 Min. Lesezeit

Willkommen in Deutschland! Wenn Sie Ihre Adressregistrierung (Anmeldung), die erste und schwierigste Phase der Bürokratie, erfolgreich abgeschlossen haben, gratulieren wir Ihnen. Nun ist es an der Zeit, das Fundament für Ihr Finanzleben in Deutschland zu legen: die Eröffnung eines deutschen Bankkontos (Girokonto). Sie benötigen eine lokale IBAN (beginnend mit DE), um Ihre Miete zu zahlen, Ihr Gehalt zu erhalten, einen Telefonanschluss anzumelden und sogar um im Supermarkt einzukaufen. Aber welche sollten Sie aus Hunderten von Banken wählen? Die Geschwindigkeit der Digitalbanken oder die Sicherheit der etablierten Banken? In diesem Ratgeber haben wir den Prozess der Kontoeröffnung in Deutschland, die erforderlichen Dokumente und die kritischen Unterschiede zwischen den Bankentypen für Sie geklärt.
🧾 Bevor Sie sich an den Tisch setzen: Erforderliche Dokumente Bevor Sie ein „Girokonto“ in Deutschland beantragen, müssen Sie diese drei Dokumente unbedingt in der Tasche haben. Ohne diese werden die meisten Banken den Prozess nicht einleiten:
🛂 Reisepass: Ein gültiges Identitätsdokument.
🏠 Meldebescheinigung: (Anmeldung) Ein behördliches Dokument, das beweist, dass Sie eine gemeldete Adresse in Deutschland haben.
📬 Deutsche Adresse: Die Postanschrift, an die Ihre Bankkarte und Passwörter gesendet werden.
💡 Eine kleine Notiz: Einige Banken (insbesondere klassische) verlangen bei der Kontoeröffnung unter Umständen auch sofort die Steuer-ID (Steueridentifikationsnummer). Wenn Ihr Brief noch nicht angekommen ist, können Sie dies der Bank mitteilen und diese später nachreichen.
🏦 Die große Entscheidung: Welchen Bankentyp sollten Sie wählen? Das Bankensystem in Deutschland teilt sich grundsätzlich in zwei Bereiche: moderne Online-Banken (Direktbanken) und etablierte Klassische Banken (Filialbanken). Sie sollten je nach Bedarf entscheiden, welche für Sie geeignet ist.
📱 Option 1: Online-Banken (Für Eilige) Dies sind Banken der neuen Generation, die keine physischen Filialen haben und bei denen alle Transaktionen über die App abgewickelt werden.
Vorteile:
Geschwindigkeit: In 10-15 Minuten können Sie von zu Hause aus ein Konto eröffnen.
Kosten: In der Regel gibt es keine oder nur sehr geringe Kontoführungsgebühren.
Sprachunterstützung: Ihre Apps und der Kundenservice bieten in der Regel Unterstützung auf Englisch an.
Nachteile:
Keine physische Filiale: Bei Problemen finden Sie keinen persönlichen Ansprechpartner vor Ort.
Offizielle Behördengänge: In einigen bürokratischen Institutionen kann es (wenn auch selten) Probleme mit den IBANs geben, oder es kann schwierig sein, Bargeld einzuzahlen.
Bekannte Online-Banken: N26 (Eine der beliebtesten Optionen), Comdirect.
🏢 Option 2: Klassische deutsche Banken (Für Sicherheitsbewusste) Dies sind etablierte Traditionsbanken, deren Filialen Sie an jeder Ecke in Deutschland sehen können.
Vorteile:
Volle Kompatibilität: Funktioniert zu 100 % reibungslos mit dem Jobcenter, der Ausländerbehörde und allen deutschen Arbeitgebern.
Filialunterstützung: Bei Problemen können Sie in eine Filiale gehen und persönlich mit einem Berater sprechen.
Nachteile:
Gebühren: In der Regel fallen monatliche Kontoführungsgebühren an.
Bürokratie: Für die Kontoeröffnung müssen Sie eventuell einen Termin vereinbaren, und der Prozess ist langsamer als bei Online-Banken.
Bekannte Klassische Banken: Sparkasse (Weitverbreitetes Filialnetz in jeder Stadt), Deutsche Bank, Commerzbank.
📝 Schritt für Schritt: Wie eröffne ich ein Bankkonto? Obwohl der Prozess je nach gewähltem Bankentyp leicht variiert, sind die grundlegenden Schritte:
Bankwahl: Entscheiden Sie sich basierend auf dem obigen Vergleich für eine Bank.
Antrag: Beantragen Sie bei Online-Banken über die Website oder App. Vereinbaren Sie bei klassischen Banken einen Termin in einer Filiale in Ihrer Nähe (oder füllen Sie das Online-Antragsformular aus).
Identitätsprüfung (Der wichtigste Schritt):
Bei klassischen Banken: Erfolgt in der Filiale mit Ihrem Reisepass und der Meldebescheinigung.
Bei Online-Banken: Erfolgt meist über das sogenannte Video-Ident-Verfahren. In einem Videotelefonat mit einem Mitarbeiter müssen Sie Ihren Reisepass in die Kamera halten (eine gute Internetverbindung und eine helle Umgebung sind Voraussetzung).
Erhalt der IBAN: Kurz nach Abschluss der Identitätsprüfung wird Ihre IBAN erstellt. Ihre Bankkarte und der PIN-Code werden Ihnen innerhalb weniger Tage separat per Post zugestellt.
💡 Goldener Rat für Neuankömmlinge Wenn Sie in Deutschland schnell in das System integriert werden möchten, aber langfristig keine Probleme haben wollen, ist die sicherste Strategie: Die „Hybrid-Methode“ anwenden:
Schneller Start: Eröffnen Sie direkt nach Ihrer Ankunft in Deutschland, während Sie auf die Anmeldung warten oder kurz danach, ein Konto bei einer Online-Banka (z. B. N26). So haben Sie sofort eine IBAN für dringende Zahlungen und den täglichen Bedarf.
Solides Fundament: Wenn Sie eine feste Stelle antreten oder Ihre bürokratischen Angelegenheiten zunehmen, eröffnen Sie zusätzlich ein Konto bei einer Klassischen Bank (z. B. Sparkasse). Verlegen Sie Gehaltszahlungen und Mietzahlungen auf dieses „Hauptkonto“.




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